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Aufgabe 01 - Modell-Matrix

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Vorgehensmodelle sind Werkzeuge mit Einsatzgebiet, kein Glaubensbekenntnis. Sie stellen die Modelle systematisch gegenüber, entscheiden für konkrete Projektsituationen begründet und verteidigen die Wahl gegen die Alternativen - denn die eigentliche Kompetenz ist nicht, ein Modell zu kennen, sondern das passende auszuwählen (siehe Kapitel Vorgehensmodelle).

  • Kapitel Vorgehensmodelle vollständig.
  • Ein Textdokument für Matrix und Begründungen; Zweierteams.
  • Für Teil C Ihr Client-Server-Projekt aus der 4. Klasse.
  • Sie stellen Wasserfall, V-Modell, iterativ-inkrementelles Vorgehen, Scrum und Kanban entlang klarer Kriterien gegenüber.
  • Sie wählen für eine gegebene Projektsituation ein Vorgehen begründet aus und grenzen es gegen Alternativen ab.
  • Sie erkennen Mischformen und beurteilen, ob die gewählten Elemente zueinander passen.
  • Reproduktion: die Modelle des Kapitels in einer Vergleichsmatrix ordnen (Teil A).
  • Reorganisation und Transfer: die Auswahlkriterien auf fremde Szenarien und das eigene Vorprojekt anwenden (Teile B und C).
  • Reflexion, Problemlösung und Urteilsbildung: eine Mischform entwerfen und einen fehlgeleiteten Prozess diagnostizieren (Teil D).

Die Übung ist auf etwa zwei Stunden ausgelegt. Teil D ist der Expertenteil.

  1. Erstellen Sie eine Vergleichsmatrix für Wasserfall, V-Modell, iterativ-inkrementell, Scrum und Kanban mit den Kriterien: Umgang mit Anforderungsänderungen, Zeitpunkt lauffähiger Software, Kundeneinbindung, Dokumentationsaufwand, geeignete Teamgröße, typische Risiken.
  2. Halten Sie jeden Eintrag auf einen Halbsatz kurz. Die Matrix ist als Nachschlagewerk gedacht, nicht als Fließtext.

Wählen Sie für jedes Szenario ein Modell (oder eine begründete Kombination) und rechtfertigen Sie die Wahl in vier bis sechs Sätzen - auch gegen die naheliegendste Alternative:

  1. Steuerungssoftware für eine Seilbahn mit Behördenabnahme; die Anforderungen stehen fest, Fehler sind lebensgefährlich.
  2. Eine Streaming-Plattform will wöchentlich neue Funktionen ausprobieren und misst dabei das Nutzerverhalten.
  3. Zwei Personen bauen in drei Monaten eine Event-App für einen Verein; der Obmann hat “so ungefähr eine Vorstellung”.
  4. Ein Wartungsteam bearbeitet laufend eintreffende Bugtickets und kleine Erweiterungen mit wechselnder Dringlichkeit.
  1. Analysieren Sie Ihr Client-Server-Projekt aus der 4. Klasse: Welchem Modell entsprach Ihr tatsächliches Vorgehen, nicht das geplante?
  2. Benennen Sie zwei konkrete Probleme von damals und ordnen Sie jedem genau ein Element zu (Review, WIP-Limit, Definition of Done, kurze Iteration, Retrospektive), das es verhindert oder früher sichtbar gemacht hätte.
  1. Entwerfen Sie das Vorgehen für Ihr kommendes Jahresprojekt als bewusste Mischform (etwa agile Umsetzung in einem terminlich fixen Rahmen). Nennen Sie drei Elemente, die Sie übernehmen, und für jedes den einen Grund; nennen Sie ein Element, das Sie bewusst weglassen, und warum.
  2. Prüfen Sie Ihre Mischform auf innere Widersprüche: Welche zwei Elemente könnten einander untergraben (etwa feste Sprints ohne verfügbaren Product Owner), und wie lösen Sie den Konflikt auf?
  3. Diagnose: Ein Team sagt “Wir machen Scrum”, hat aber keinen Product Owner, keine Retrospektive und Schätzungen werden von der Lehrkraft vorgegeben. Benennen Sie in drei Sätzen, warum das kein Scrum ist, welchen Namen die Fachliteratur dafür hat und welche eine Änderung den größten Unterschied machen würde.
  1. Warum lautet die ehrliche Antwort auf “Welches Vorgehensmodell ist das beste?” - “keines”?
  2. Was unterscheidet Verifikation von Validierung, und wo macht das V-Modell diese Unterscheidung sichtbar?
  3. Was ist der Unterschied zwischen iterativ und inkrementell?
  4. Woran erkennt man einen Cargo-Kult-Scrum, und warum ist er gefährlicher als offen eingestandenes Nicht-Agil?
  5. Nennen Sie zwei Projektmerkmale, die klar für ein phasenorientiertes Vorgehen sprechen.

Die Vergleichsmatrix, die vier Fallentscheidungen mit Gegenargumenten, der Rückblick auf das Vorjahresprojekt und der Mischform-Entwurf samt Fehldiagnose. Die Fallentscheidungen werden in der Gruppe verteidigt; es gibt bewusst kein eindeutig richtiges Modell.