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Aufgabe 02 - Vom Wunsch zur Story

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Aus schwammigen Wünschen prüfbare Anforderungen zu machen ist die wichtigste Übersetzungsarbeit agiler Entwicklung. Sie extrahieren User Stories aus einem chaotischen Kundeninterview, versehen sie mit testbaren Akzeptanzkriterien, prüfen sie an INVEST und ordnen sie zu einem Backlog - dem Handwerk, das ab dem Jahresprojekt Ihr Alltag ist (siehe Kapitel Agiles Arbeiten praktisch).

  • Kapitel Agiles Arbeiten praktisch (User Stories, Akzeptanzkriterien, INVEST, Backlog, MoSCoW).
  • Das Kundeninterview (wird ausgeteilt): eine Seite wörtliches Protokoll, in dem ein Schulsprecher durcheinander eine App für die Schülervertretung beschreibt (Umfragen, schwarzes Brett, Fundbüro, “und irgendwas mit Push-Nachrichten wäre cool”).
  • Zweierteams; ein Nachbarteam für den Kreuztest in Teil B.
  • Sie formulieren Anforderungen als User Stories mit Rolle, Wunsch und Nutzen und trennen Stories von technischen Tasks.
  • Sie schreiben Akzeptanzkriterien, die konkret genug für einen Testfall sind.
  • Sie zerlegen zu große Stories entlang des Nutzens und ordnen ein Backlog begründet.
  • Reproduktion: Wünsche in das Story-Format des Kapitels überführen (Teil A).
  • Reorganisation und Transfer: Kriterien schärfen, Stories schneiden und priorisieren (Teile B und C).
  • Reflexion, Problemlösung und Urteilsbildung: das kleinste sinnvolle Produkt bestimmen und ein explizites Nein begründen (Teil D).

Die Übung ist auf etwa zwei Stunden ausgelegt. Teil D ist der Expertenteil.

  1. Markieren Sie im Interview alle Wünsche und formulieren Sie daraus mindestens acht User Stories im Format “Als [Rolle] möchte ich [Wunsch], damit [Nutzen]”. Achten Sie auf die Rollen: Schüler, Schülervertretung und Lehrkraft wollen Verschiedenes.
  2. Mindestens ein Wunsch ist keine Story, sondern eine technische Vorliebe oder zu vage (“mit KI!”). Identifizieren Sie ihn und formulieren Sie die Rückfrage, die Sie dem Schulsprecher stellen würden.
  1. Wählen Sie drei Stories und schreiben Sie je drei bis fünf Akzeptanzkriterien, so konkret, dass ein Test daraus werden könnte (Given-When-Then oder Checkliste); benennen Sie zu jeder Story mindestens einen Randfall.
  2. Tauschen Sie mit dem Nachbarteam: Kann es aus Ihren Kriterien einen Testfall ableiten, ohne nachzufragen? Notieren Sie jede Stelle, an der es nachfragen musste - das ist eine Lücke im Kriterium.
  1. Eine Ihrer Stories ist zu groß (vermutlich die Umfrage-Funktion). Zerlegen Sie sie entlang des Nutzens in zwei bis drei einzeln lieferbare Stories - nicht entlang der Technik (“Backend”/“Frontend”).
  2. Ordnen Sie das gesamte Backlog aus Sicht des Schulsprechers und begründen Sie Ihre Top 3 mit der Frage “Was ist das kleinste Produkt, das schon nützt?”.

Teil D - Expertenteil: Das kleinste nützliche Produkt

Abschnitt betitelt „Teil D - Expertenteil: Das kleinste nützliche Produkt“
  1. Legen Sie das Minimum Viable Product fest: die kleinste Auswahl aus Ihrem Backlog, die für sich benutzbar ist und einen echten Nutzen liefert. Begründen Sie, warum genau diese Stories und keine weniger.
  2. Ordnen Sie das gesamte Backlog nach MoSCoW ein und füllen Sie ausdrücklich die Kategorie Won’t have (this time) mit mindestens zwei Wünschen - jeweils mit dem Satz, den Sie dem Schulsprecher sagen, um das Nein zu begründen, ohne ihn zu verlieren.
  3. Prüfen Sie Ihre drei wichtigsten Stories gegen alle sechs INVEST-Kriterien und beheben Sie jeden Verstoß. Dokumentieren Sie eine Story vorher/nachher.
  1. Welcher der drei Teile einer User Story (Rolle, Wunsch, Nutzen) wird am häufigsten weggelassen, und warum ist gerade er der wertvollste?
  2. Wofür stehen die sechs Buchstaben von INVEST, und welche zwei werden im Schulprojekt am häufigsten verletzt?
  3. Warum zerlegt man eine zu große Story entlang des Nutzens und nicht entlang der Technik?
  4. Was unterscheidet eine Akzeptanzkriterien-Liste von einer Story, und warum ist sie ein Vertrag?
  5. Warum ist die MoSCoW-Kategorie Won’t have die wichtigste?

Das Backlog mit allen Stories, die Akzeptanzkriterien der drei gewählten Stories samt Kreuztest-Notizen, der Story-Schnitt, die MoSCoW-Einordnung mit dem begründeten Nein und die INVEST-Überarbeitung.